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Mord an Bernd Seiffert


Einleitung: Leben auf einem Bauernhof

Foto von Bernd Seiffert

Bernd Seiffert lebte das letzte halbe Jahr in dem Aachener Stadtbezirk   Haaren.   Dort   wohnte   er    bei der  Landwirtin Hermine Schneider in einem Appartement ihres Bauernhofes. Bernd Seiffert war schon immer von dem Leben auf einem Bauernhof angetan, er bevorzugte ein einfaches  und bescheidenes Leben, liebte die Natur, die Äpfelbäume und die Tiere. Am 27. April 2010 half er seiner zu dieser Zeit schwer erkrankten und gebrechlichen Vermieterin Hermine S. bei einer Wohnungsräumung. Der 26jährige   soll seiner gebrechlichen Vermieterin an manchen Tagen auch in der Landwirtschaft geholfen haben. Er reparierte Zäune, hackte Holz, zersägte umgekippte Bäume oder befreite die Weide mit einem Freischneider und mit einer Machete vom Wildwuchs. Für den 29. April plante Bernd Seiffert einen großen abgestorbenen Baum zu fällen und bald schon wollte er sich auch     zwei     eigene    Schafe für      eine     Weide      kaufen. Ebenfalls   plante   Bernd   Seiffert ein so genanntes "Weglaufhaus" in Aachen zu eröffnen. Dazu sollte es jedoch nicht mehr kommen. Nachdem Bernd Seiffert am 27. April die Wohnung eines Vormieters ausgeräumt,

Bernd Seiffert beim Holzhacken
entrümpelt und damit seiner Vermieterin einen großen Gefallen getan hatte, zog er sich zunächst in sein Appartement zurück, um einen selbstgebauten Fahrradanhänger mit Hilfe einer Flex und anderen Werkzeugen zu reparieren. Der junge Mann war handwerklich sehr begabt. Mit seinem selbst konstruierten Fahrradanhänger transportierte er oftmals die zahlreichen Kopien der Flyer und die des Informationsmaterials, welche er für seine Demonstrationen benötigte. Auch beförderte er neben anderen größeren Gegenständen mit seinem Fahrradanhänger Kopien seiner wissenschaftlichen Arbeit. 


Bernd Seiffert und der Radsport
Als Bernd Seiffert am Mittwochabend des 27. April nach einer gewissen Zeit seinen Fahrradanhänger repariert hatte, ging er zu seiner Vermieterin und erzählte ihr, dass er nun eine längere Fahrradtour unternehmen möchte. Bernd Seiffert verabschiedete sich bei Hermine Schneider, setzte seinen
Bernd Seiffert als Kind
Fahrradhelm auf und brach gegen 19:30 Uhr (ohne Fahrradanhänger) zu einer abendlichen Fahrradtour auf. Es war eine Radtour, von der Bernd Seiffert nicht mehr lebend zurückkommen sollte.  Der Radler war an diesem Abend mit einem beigen Pullover, einer graublauen Fahrradjacke mit Lichtreflektoren und einer braunen Hose bekleidet. Er trug grünbraune Fahrradschuhe und fuhr mit seinem schwarzen Fahrrad zuerst in die Richtung von Würselen, um seine Fahrradtour von dort aus weiter fortzusetzten. Insgesamt war es bis dahin kein ungewöhnlicher Tag, es war ein Tag wie jeder andere zuvor. Der Psychiatriekritiker unternahm öfters längere und intensivere Radtouren, auch dies war normal. Alles kam jedoch ganz anders, es kam sehr plötzlich und völlig unerwartet. Bernd Seiffert wollte an diesem Tag mit seinem Fahrrad von Würselen aus weiter nach Mönchengladbach fahren. Er plante im Stadtzentrum von Mönchengladbach umzukehren, um dann anschließend wieder nach Hause zu fahren. Er nahm sich vor, nach seiner Radreise, wenn er von  seiner sportlichen Betätigung ein wenig entkräftet ist, zu Hause entspannt schlafen zu gehen. Für Bernd Seiffert war das Fahrradfahren sein alltäglicher Abendsport. Der Radsport tat ihm gut und war für ihn eine übliche und routinemäßige körperliche Betätigung vor dem Schlafengehen. Es war nicht das erste Mal, dass er abends eine längere Fahrt mit seinem Fahrrad nach Mönchengladbach unternahm. Seit vielen Jahren machte Bernd Seiffert längere abendliche Fahrradtouren und schon öfters war er mit seinem Fahrrad nach Mönchengladbach gefahren. Besonders gerne war der Radfahrer auch in den, in der Nähe von Mönchengladbach anliegenden Braunkohleabbaugebieten und in der umliegenden Naturlandschaft unterwegs gewesen. Auf seinem Weg nach Mönchengladbach gab es vielerorts keine Fahrradwege und so musste der Radler häufig auf den von Autos befahrenen Straßen radeln. Er fuhr auf einem qualitativ hochwertigen Fahrrad, für das er lange gespart hatte und das er sich vor einigen Jahren gekauft hatte. Die Fahrradbeleuchtung des ca. 2000 Euro teuren Fahrrads, das in einer Fahrradmanufaktur aufwendig hergestellt wurde, war eingeschaltet und auch aus der Ferne war für jeden Autofahrer ein deutlicher Lichtschein zu erkennen. Bernd Seiffert hatte das Stadtzentrum in Mönchengladbach noch nicht erreicht.



Der Rad- und Fußgängerweg
Er war mit seinem Fahrrad in der Nähe von Rheindahlen auf der vierspurigen Bundesstraße 57 im Bereich der Gladbacher Straße unterwegs, als sich sein Weg schon bald mit einem Menschen kreuzen würde, der ihm auf schändliche und niederträchtige Art und Weise sein Leben nehmen würde. Bernd Seiffert fuhr mit seinem schwarzen Fahrrad auf der B 57 in Richtung Stadtzentrum. Auf der Fernstraße, die er befuhr, befand sich ein unebener Rad- und Fußgängerweg. Der Radsportler  entschied sich dafür, diesen Fahrradweg aus verschiedenen Gründen  nicht zu benutzen und mit seinem Fahrrad auf der Straße weiter zu fahren. So würde er sich die
Das Todesopfer: Bernd Seiffert 
Probleme mit dem Fahrradweg ersparen, er würde dort nicht ständig von dem Abblendlicht und dem Fernlicht der Autos geblendet werden. Schon häufiger wurde er auf Fahrradwegen von dem Abblend- und Fernlicht der Autos derart stark geblendet, dass er vom Weg abkam und manches Mal beinahe zu Boden gestürzt wäre. Auch das andauernde und lästige Auf- und Abfahren von den Radwegen und die zahlreichen Schlenker und Umwege der abwechselnden Fahrradwege wollte er sich an dieser Stelle durch das Fahren auf der Straße vermutlich ersparen. Schließlich waren es noch einige Kilometer bis nach Mönchengladbach. Bernd S. wollte vermutlich auch deswegen nicht auf dem Fahrradweg der B 57 fahren, weil er sonst ständig mit einer Erschütterung die endlos vielen Kantsteine am Anfang und am Ende der Fahrradwege hinauf und hinunter hätte fahren müssen. Wieviele Kantsteine er auf seinem gesamten Weg hätte befahren müssen, wusste nur Bernd Seiffert, der die ca. 60 kilometerlange Strecke von Aachen nach Mönchengladbach  schon häufiger gefahren war. Die Straße war viel ebener, dort gab es keinen Bordstein und überdies wusste der erfahrene Fahrradfahrer, dass die Fahrradwege in dieser Gegend häufig Schlaglöcher aufwiesen und von der Witterung beschädigt, holperig, rumpelig und brüchig waren. Außerdem  befanden sich dort häufig Scherben, Äste mit Dornen  und kleine scharfkantige Steine, die ihm einen platten Reifen hätten bescheren können. Für den Radler hätte ein  Loch in seinem Fahrradschlauch, viele Kilometer von zu Hause entfernt, ein großes Problem dargestellt. Zwar hatte er immer eine größere
Tasche mit entsprechendem Werkzeug, Fahrradschläuchen und Flickzeug dabei und er war zudem ein Fachmann im schnellen Wechseln und Flicken von Fahrradschläuchen, doch wenn er mit seinem Fahrrad auf dem Fahrradweg gefahren wäre und sich dort einen oder mehrere Dornen oder andere spitzkantige Gegenstände in den Reifen gefahren hätte und dann auf dem einsamen und dunklen Fahrradweg den Schlauch mühselig hätte wechseln müssen, damit die nächste Scherbe oder der nächste Stachel den neuen Schlauch wieder zerstört, wäre dies ein viel zu nerviges und zermürbendes Erlebnis für ihn gewesen. Jeder Fahrradfahrer weiß aus Erfahrung, wie hartnäckig sich Dornen in einem Fahrradmantel festsetzen und verstecken können. Der Radsportler Bernd Seiffert dachte vermutlich, dass er auf der Straße effektiver und entspannter unterwegs sei und dass er dort weniger Probleme habe. Bernd Seiffert fuhr sonst, wenn nur irgendwie möglich, immer auf den Fahrradwegen. Wenn man den leidenschaftlichen Fahrradfahrer hingegen doch einmal auf einer Straße fahren sah, dann konnte man zumindest immerzu beobachten, dass er möglichst am Rand der Fahrbahn fuhr, um den Autos genügend Platz zum Überholen zu lassen. 




Seine letzte Fahrradtour
Er ging vermutlich davon aus, dass ihn die Autofahrer  sehen  und ihn vorsichtig überholen würden. Seine Fahrradtasche und seine Jacke waren mit mehreren linienförmigen Reflektoren ausgestattet. Diese Reflektorenstreifen spiegelten das Licht der Autoscheinwerfer, sodass seine Fahrradtasche und seine Regenjacke hell in der Dunkelheit der Nacht 
aufleuchteten. Jeder sah, dass dort ein vorsorglicher
Bernd Seiffert in Frankreich
Fahrradfahrer unterwegs war. Außerdem war seine Fahrradbeleuchtung eingeschaltet, das funktionstüchtige und für jeden klar zu erkennende, rot leuchtende Rücklicht, sowie der vordere Scheinwerfer gaben mit Nachdruck zu erkennen, das dort ein Radsportler auf der Straße unterwegs war. Bernd Seiffert dachte möglicherweise, dass die Lichtanlage und die vielen Reflektoren ihm doch in irgendeiner Weise die Berechtigung dazu geben mussten, auf dieser Straße fahren zu dürfen. Schließlich fuhren andere Zweiräder auch auf dieser Straße. Ein Mofa, ein Motorroller oder ein Motorrad wären nicht unbedingt besser in der Dunkelheit erkennbar gewesen, als der Radfahrer Bernd Seiffert. Viele Autos müssen an diesem Tag an Bernd Seiffert vorbeigefahren sein, viele Menschen sahen das beleuchtete Fahrrad, sahen sein Rücklicht  und die spiegelnden Lichtreflektoren an seiner Fahrradtasche und an seiner Regenjacke schon aus der Ferne aufleuchten. Manche Autos hielten vermutlich mehr Sicherheitsabstand bei ihrem Überholvorgang zu dem Radler ein und andere fuhren hingegen etwas zu nah an Bernd Seiffert vorbei. Allerdings fuhren alle Autofahrer, Lastkraftwagenfahrer und auch die motorisierten Zweiräder bis zu diesem Zeitpunkt an dem Radler  vorbei.  Überhaupt waren die vielen Jahre immer alle Autos an Bernd Seiffert vorbeigefahren. Abgesehen von den Autos, die beim Überholen etwas zu nah an ihm vorbeifuhren, aber dies waren nicht viele und Bernd Seiffert schrie sofort auf, wenn ein Auto zu nah an ihm vorbeifuhr. 








Auf einer Landstraße angefahren     
Es war etwa 00:25 Uhr, als Bernd Seiffert sich zwischen Rheindahlen und Dorthausen auf der Höhe von Kothausen befand.  Der Radler war nur noch wenige Kilometer von der Innenstadt Mönchengladbachs entfernt, als sich ihm plötzlich von hinten mit hoher Geschwindigkeit ein Wagen näherte.
Foto von Bernd Seiffert aus dem Jahr 2009
Ohne dass Bernd Seiffert etwas davon ahnte, steuerte das Kraftfahrzeug von hinten auf ihn zu und es kam unmittelbar zu einer folgenschweren Kollision. Der nichts ahnende und völlig unvorbereitete RadsportlerBernd Seiffert wurde von einem großen Rückspiegel und von der Fahrzeugfront eines Kraftfahrzeuges erfasst. Der große Außenspiegel und andere Kunststoffteile  des Wagens prallten auf Bernd Seiffert und zertrümmerten auf seiner linken Rückenseite. Mit einem gewaltsamen und groben Kraftstoß wurde der  Radler augenblicklich in die Luft gewirbelt, flog von der Straße und kam mit seinem Fahrrad auf dem Grünstreifen des Straßenrandes zu Fall. 



Die Begrenzungspoller der B 57
Der von der Bundesstraße gerammte Radfahrer prallte mit seinem Oberkörper auf einen der vielen Begrenzungspoller aus Hartplastik, die die Stadt Mönchengladbach mit einem jeweiligen Abstand von  1,5 Meter  auf  dem  Grünstreifen  der
Poller am Tatort
Gladbacher Straße errichtet hat. Nicht unweit von der Stelle, an der Bernd Seiffert lag, befand sich das seit dem 30. Juli 2004 eröffnete Fußballstadion, der "BORUSSIA-PARK". Die Begrenzungspoller auf der Bundesstraße 57 sollten verhindern, dass Autos an dieser Straße kostenlos parken konnten. Den Besuchern von Fußballspielen standen stattdessen am Fußballstadion schon seit einigen Jahren mehrere Tausend kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Bernd Seiffert lag mit seinem Brustkorb auf dem Hartplastikpoller und sank sofort schmerzvoll zu Boden. Vermutlich wurde  der Radler sofort bewusstlos und lag einige Minuten mit einem zusammengebrochenen Kreislauf neben dem Poller auf dem Grünstreifen der B 57. Alleine durch den Zusammenprall mit dem Fahrzeug zog sich Bernd Seiffert schwerste Verletzungen zu. Doch durch den Aufschlag auf den Begrenzungspoller wurde er tödlich verletzt. Der Fahrer des Tatfahrzeuges war auf der Gladbacher Straße mehr als eklatant zu schnell unterwegs gewesen. Wäre der Radler lediglich auf den Grünstreifen geschleudert worden, dann wäre er vermutlich weniger schwer verletzt worden. Durch die Kollision mit dem Rückspiegel, der Fahrzeugfront und durch das Fallen auf den Hartplastikpoller zog Bernd Seiffert sich katastrophalste Verletzungen zu. Darunter schwerste Knochenbrüche, Prellungen, eine bösartige Verletzung und Blutung der Milz, Blase und Leber.

Achtlos vom Täter zurückgelassen
Der Fahrer des Wagens bemerkte den Zusammenstoß, ließ den Fahrradfahrer jedoch mit seinen schweren Verletzungen und seinen großen Schmerzen einfach hilflos auf der
Beschädigtes Fahrrad (Quelle: ZDF)
einsamen und menschenleeren Landstraße liegen. Der Fahrer  des        Tatfahrzeuges flüchtete, er rief keine Hilfe, er fuhr erbarmungslos mit gleicher Geschwindigkeit weiter, obwohl er das laute Krachen, das durch den Aufprall des Radfahrers erzeugt wurde, hörte und obwohl er genau wusste, dass er gerade mit einem Fahrradfahrer zusammengestoßen war. Der Flüchtige fuhr mit dem an der rechten Seite des Wagens zertrümmerten Rest des Außenspiegels fort. Er beging Fahrerflucht und entfernte sich unerlaubt vom Tatort. Durch seine Fahrerflucht entschied sich der Verursacher des Zusammenstoßes dafür, den Radfahrer auf der einsamen Landstraße sterben zu lassen. Dem Täter war bewusst, dass der schwer verletzte Fahrradfahrer  auf dieser Straße sterben würde und dass an jener abgeschiedenen Stelle keine Hilfe für ihn zu erwarten war.  Trotzdem fuhr der Kriminelle hemmungslos und unerbittlich weiter, er gab keinen Notruf ab, obwohl er wusste, dass sich der schwer verletzte Mann in einer Notlage befand und jede Sekunde über das Leben oder den Tod des Radfahrers entscheiden sollte.



Eine lange Not
Bernd Seiffert muss scheinbar irgendwann wieder zu Bewusstsein gekommen sein und lag hilflos  unter seinem Fahrrad auf dem Grünstreifen in der Nähe des Bordsteins der B 57. Er lag zwischen einem grauen Hartplastikpoller  und einem Baum. Seine Füße ragten auf die Straße. Weit und breit war niemand zu sehen. Es war ungefähr 00:30 Uhr in der Nacht und der Verantwortliche, der ihm dies antat 
Foto von Bernd Seiffert
und ihn in eine schwere Not brachte, war einfach geflüchtet. Kein Auto näherte sich ihm, niemand half Bernd Seiffert und niemand würde ihn hier hören, wenn er um Hilfe rufen würde. Es war eine lange Not, die Bernd Seiffert am Tatort erlitt. Mit schwersten Schmerzen  lag er hilflos auf der Straße und die Zeit wollte nicht vergehen. Der angefahrene Radfahrer konnte sich nicht erheben, ihm gelang es nicht sich zu bewegen und wieder aufzustehen. Aufgrund der schlimmen Verletzungen konnte er sich kaum noch bewegen und die zehn bis 20 Minuten, die er  vermutlich auf der Straße gelegen hat, müssen sich für ihn wie Stunden angefühlt haben. Bernd Seiffert musste hilflos am Tatort liegen bleiben, er war handlungsunfähig und der grausamen Situation machtlos ausgeliefert. Er litt sehr stark. Dann hörte er aus der Ferne ein Motorengeräusch. Er hörte, wie sich  ihm langsam ein Auto näherte. Bernd Seifferts Blick war jedoch in die Richtung des Stadtzentrums gerichtet und er konnte nicht sehen, was hinter ihm geschah. Das Autogeräusch kam von hinten, es kam nicht vom Stadtzentrum. Obwohl Bernd Seiffert das von hinten herankommende Auto nicht sehen konnte, streckte er verzweifelt seinen einzigen Arm, der sich noch bewegen ließ nach oben und hoffte, dass der Autofahrer seine erhobene Hand sieht. Das sich annähernde Fahrzeug kam aus  Rheindahlen und fuhr in die Richtung von Dorthausen. Bernd Seiffert wollte leben, er hob mit seiner letzten Kraft seinen Arm in die Höhe und strengte sich an, ihn nicht wieder vor Schmerzen hinunter sinken zu lassen. Mehr als seinen Arm empor zu heben, wollte ihm nicht gelingen, er konnte mit seiner Hand nicht winken, er konnte nicht schreien, die Schmerzen waren mittlerweile viel zu stark. Dann verringerte das ihm entgegen kommende Auto seine Geschwindigkeit und hielt langsam hinter ihm an. Der Autofahrer sah die Trümmerhaufen auf der Straße liegen, er erblickte sofort, den am rechten Fahrbahnrand  unter einem Fahrrad liegenden verzweifelten Mann, der seinen Arm nach oben streckte, um sich dringend bemerkbar zu machen.


Helfer allarmieren Notarzt
Sofort stiegen Bernd Seifferts Helfer aus ihrem Auto und gingen auf den schwer verletzten Radfahrer zu.  Sie stellten schon bald fest, dass der Fahrradfahrer von einem Fahrzeug angefahren wurde und der Täter flüchtig war. Bernd Seiffert wirkte schockiert. Aufgebracht teilte er den Personen, die ihn auf der Straße fanden mit, dass er von einem Fahrzeug
Polizeifoto; hier lag der in Not gebrachte Radfahrer 
von hinten angefahren worden sei und auf die Nachfrage, wie lange er dort schon läge, gab er an, dass er schon drei bis vier Minuten am Tatort gelegen habe. Er konnte keine Angaben dazu machen, was für ein Fahrzeug ihn angefahren habe, alles ging viel zu schnell. Unmittelbar wählte einer seiner Helfer den Notruf und kümmerte sich um den angefahrenen Fahrradfahrer. Der tödlich verletzte Mann hatte große Schmerzen und konnte seinen linken Arm und sein linkes Bein nicht mehr spüren. Er erkundigte sich mehrmals danach, wann der Krankenwagen denn endlich käme.  Bernd Seiffert hatte quälende Schmerzen und er stand weiterhin unter Schock. Er fragte seine Helfer, ob sein linkes Bein noch an seinem Körper sei und ob er nun für immer querschnittsgelähmt sei. Der Radsportler Bernd Seiffert wusste, dass ein spinales Querschnittsyndrom ihn zu einem Pflegefall machen konnte. Seine Helfer erklärten ihm, dass alle seine Glieder an seinem Körper seien und versuchten ihm gut zu zureden. Dann fragte Bernd Seiffert einen seiner Helfer: "Muss ich jetzt sterben?" Der Helfer versuchte Bernd Seiffert zu beruhigen und sagte ihm, dass er nicht sterben müsse und dass der Krankenwagen bald käme.  Scheinbar spürte der junge Fahrradfahrer, dass es ernst um ihn bestellt war und dass es nun kaum noch Hoffnung auf eine  lebensrettende Behandlung gab. Bernd Seiffert ahnte und fühlte vermutlich, dass ihm der Tod bevorstand. Ob  er zwischenzeitlich bewusstlos war, konnten seine Helfer nicht
mehr von ihm erfahren. Nach wenigen Minuten traf der Rettungswagen  ein und eine Weile danach erschienen auch der Notarzt und die Polizei am Tatort. Noch am Tatort wurde dem Fahrradfahrer eine Blutprobe abgenommen, um festzustellen, ob er Drogen eingenommen oder Alkohol getrunken hatte. Die Blutprobe ergab einen Alkoholwert von 0,00 Promille und bewies, dass der Fahrradfahrer keinerlei  Drogen eingenommen hatte. Freilich konnte die Polizei nicht  ahnen,  dass der für sie  fremde junge Mann, der dort hilflos und schwer verwundet auf dem Grünstreifen der B 57 lag, noch nie in seinem Leben einen Schluck Alkohol getrunken hatte. Die Polizisten konnten nicht wissen, dass Bernd Seiffert ein konsequenter "Antialkoholiker" war und in wenigen Stunden schon nicht mehr am Leben sein würde. Bernd S. wurde von den Polizisten zum Geschehen befragt und erklärte, dass er von einem Auto von hinten angefahren worden sei. An mehr konnte er sich nicht mehr erinnern. Außerdem klagte der verletzte Fahrradfahrer über Atemnot.


Versuch B. Seifferts Leben zu retten
Mit qualvollen Schmerzen wurde Bernd Seiffert von einem Rettungswagen in das Krankenhaus Maria Hilf in Mönchengladbach gebracht. Ihm gelang es noch der Rettungswagenbesatzung auf Nachfragen zu erklären, dass er von einem "schnellen Fahrzeug" angefahren worden sei. Als Bernd Seiffert in der Notaufnahme ankam, war er weiterhin wach und ansprechbar. Er wurde im Schockraum intubiert und untersucht. Im Operationssaal wurde er operiert und danach kam er auf die Intensivstation.  Trotz der schweren Verwundungen   und   trotz  der  langen   Zeit, die   er   bisher
Bernd Seiffert in Frankreich auf einem Campingplatz
gelitten hatte, gelang es Bernd Seiffert jedoch vorerst am Leben zu bleiben und hart zu kämpfen. Er hatte einen riesigen Überlebenswillen und sein Körper hatte bisher unmenschliches vollbracht. Am Tatort lag er einsam mit qualvollen Schmerzen. Lange lag er dort völlig hilflos, doch er gab nicht auf, weil er am leben bleiben wollte. Er schaffte es bei Bewusstsein zu bleiben, er schaffte es, seine Hand im richtigen Augenblick zu heben und  er schaffte ebenso  noch den Helfern, Polizisten und Rettungskräften zu sagen, dass er von hinten von einem schnellen Fahrzeug angefahren wurde. Auch als die Rettungskräfte ihn auf eine Liege trugen und ihn abtransportierten, blieb er trotz schlimmster Schmerzen weiterhin bei Bewusstsein. Bernd Seiffert bekam mit, dass der Rettungswagen in die Richtung des Stadtzentrums fuhr. Es war dieselbe Richtung, in die er mit seinem Fahrrad auch fahren wollte. Alles kam so anders, so plötzlich. Alles nahm eine andere Wendung. Dem Radler gelang es fortdauernd ansprechbar zu bleiben. Er redete später im Krankenhaus mit zwei Ärzten, musste die Unannehmlichkeiten der Untersuchung durchstehen und bekam mit, dass er bald operiert werden sollte. Dennoch wurde sein Kreislauf mit der Zeit zunehmend instabiler. Bernd Seiffert wusste, was ihm zugestoßen war und was ihm nun bevorstand.

Bevorstehender Tod
Es muss gegen drei Uhr in der Nacht gewesen sein, als die Polizei die Hinterbliebenen anrief und ihnen mitteilte, dass für Bernd Seiffert keine Hoffnung mehr bestehen würde und dass "er die Nacht nicht mehr überleben wird". Bernd Seiffert war dem Tod nahe. Er kämpfte bis
Foto von Bernd Seiffert
zuletzt, doch er überlebte nicht. Er hatte einen harten physischen Kampf durchgemacht, doch fünf rohe und bittere Stunden, nachdem man ihn am Unfallort gefunden hatte, musste er seinen schweren Kampf aufgeben.   In den frühen Morgenstunden des 28.04.2010  verstarb Bernd Seiffert in der operativen Intensivstation des Krankenhauses Maria Hilf in Mönchengladbach. Er wurde 26 Jahre alt.  Bernd Seiffert starb keinen friedlichen Tod, er schlief nicht versöhnlich ein. Bernd Seiffert rang in einem grausamen Todeskampf um sein Leben. Er starb höchst wahrscheinlich durch einen fürchterlichen Erstickungstod und durch Verbluten. Um 5:20 Uhr stellten die Ärzte Bernd Seifferts klinischen Tod (Exitus) fest. Bernd Seiffert musste sterben, obwohl er leben wollte. Er musste vom Leben loslassen, obwohl noch so vieles unerledigt war und er noch so große Pläne hatte.


Schock bei Familie und Freunden
Bernd Seifferts Familie, seine Verwandten, seine vielen Freunde und auch die große Anzahl der Menschen, denen Bernd Seiffert, als er noch am leben war, bedingungslos geholfen hatte, waren tief geschockt, als   sie       die      Nachricht      seines      Todes     erhielten.     Aus 
Der Tatort nach weniger als  einer Woche
Fassungslosigkeit und tiefer Bestürzung wurden für Bernd Seiffert spontan erste Gebete gesprochen und am Tatort durch Bekannte der Familie Blumen niedergelegt, Lichter angezündet und ein goldenes Kreuz an jenem Poller befestigt, auf den Bernd Seiffert so unglücklich mit seinem Körper zu Fall kam. Bei den Hinterbliebenden saßen der Schock und die Trauer so tief, dass sie den jähen Tod von Bernd Seiffert nicht wahrhaben, nicht fassen konnten. 


Reaktion der Freunde
Es waren Freunde von Bernd Seiffert, die ihre Trauer in einer  geradezu metaphorischen Sprache ausdrückten. Bei ihnen lautete es unter anderem: "Bernd Seiffert starb in der Blüte seines Lebens. An dem Tag, an dem Bernd Seiffert starb, weinte es Blüten von den Bäumen." In der Tat starb Bernd Seiffert exakt zur Frühlingszeit, in der von Kirsch- und Apfelbäumen langsam und sanft die Blüten fielen, doch ist diese Phase oftmals mit positiven Gefühlen verbunden und kein Mensch, der in seinem Garten das Blütenspiel beobachtet, würde auf die Idee kommen, dass dort gerade Blüten von einem Baum "weinen". Erst vor dem Hintergrund, dass hiermit der Gegensatz zwischen der freudevollen Jahreszeit und der Trauer über den Verlust von Bernd Seiffert verdeutlicht wird und die Blüten eine Ähnlichkeit mit Tränen haben sollen, kann man diese metaphorische Aussage gänzlich verstehen.
Eine Freundin von Bernd Seiffert drückte ihren Gefühlszustand einfacher aus: "Als ich  von dem Unfall und seinem tödlichen Ausgang erfuhr, hatte ich das Gefühl, als wenn es mir den Boden unter den Füßen wegreißt. Mein Freund und ich werden ihn und das, was er für all die Psychiatriebetroffenen getan hat, nie vergessen."
Insgesamt wurden viele Tränen um Bernd Seiffert vergossen, viel Zorn und Wut existierte parallel neben Trauer und Entsetzen. 

Bernd Seifferts Seele
Seine Angehörigen und Freunde mussten erfahren, dass der Täter  unerkannt geflüchtet war und sein Verbrechen vertuschen wollte.  Die   Trauernden mussten befürchten, dass Bernd Seiffert beerdigt werden würde, ohne, dass man den Täter jemals finden und zur Rechenschaft ziehen würde. So mussten sie annehmen, dass
Bernd S. bei einer Demonstration
Bernd Seifferts Seele nie wieder Ruhe finden könne. Überhaupt mussten sie irgendwie mit dem plötzlichen Tod von Bernd Seiffert fertig werden. In der Bevölkerung entwickelte sich eine  Abscheu über das herzlose, brutale und scheußliche Vorgehen des Täters. Dass der Täter einfach vom Unfallort geflüchtet war und damit Bernd Seifferts Tod billigend in Kauf nahm oder ihn sogar verursachen wollte, stieß in der Gesellschaft auf Unverständnis.  Mit großer Trauer mußte Bernd Seifferts Familie  und seine Freunde erfahren, wie sehr der arme Fahrradfahrer noch leiden musste.




Fahndung nach dem flüchtigen Täter
Die Polizei gab schon in der Nacht eine Fahndung nach dem Täter heraus. Als jedoch feststand, dass der Fahrradfahrer im Krankenhaus gestorben war, fahndete die Polizei mit Nachdruck nach dem Täter, der für seinen Tod verantwortlich war. Um zu ermitteln, wer der Unfallflüchter ist, wurde am
Polizeifoto: Vermessung des Tatortes
selben Tag eine 14-köpfige Ermittlungskommission "EK B 57" aus Fachleuten der Unfallfluchtfahndung, des Verkehrskommissariates, Beamten der Mordkommission und des Erkennungsdienstes gebildet. Friedhelm Schultz, Hauptkommissar und Leiter der Mordkommission, übernahm die Leitung der Ermittlungskommission " EK B 57". 



Spuren geben Hinweise
Der Täter stellte sich nicht freiwillig der Polizei. Am Tatort waren jedoch mehrere Spuren zu finden, die vom Erkennungsdienst gesichert werden konnten. Zum einen waren Spuren am Fahrrad des Opfers zu erkennen und zum anderen fand die Polizei auf dem Boden liegende
Polizeifoto von Bernd Seifferts Fahrrad
Fahrzeugteile. Die Polizei transportierte das Fahrrad des Opfers in die Untersuchungsstelle der KTU. Als ein Beamter das Fahrrad von Bernd Seiffert in eine Garage schob, leuchtete plötzlich das rote Rücklicht des Fahrrades auf. Nachdem der Beamte das Fahrrad abstellte, blieb das Licht noch für kurze Zeit an, was daran lag, dass das Fahrrad mit einer Standlichtfunktion ausgestattet war. Von diesem Zeitpunkt an war für die Polizei klar, dass Bernd Seiffert am Abend des 28.04.2010 mit funktionstüchtiger und eingeschalteter Beleuchtungsanlage unterwegs war. Obwohl das Fahrrad nun beschädigt war, funktionierte trotzdem noch die Beleuchtung und sie war eingeschaltet. Bei der genaueren Untersuchung des Fahrrades von Bernd Seiffert stellte sich heraus, dass die vorderen Stangen des Gepäckträgers angebrochen und die hinteren Stangen auf der linken Seite nach vorne umgebogen waren. Außerdem fehlte an der vorderen Beleuchtung ein Reflektor mit einer Glühbirne und an der hinteren LED-Beleuchtung fehlte das Schutzglas. Diese Teile wurden am Tatort gefunden und sind bei dem Zusammenprall zerstört worden. Die Spezialisten der Kriminal Technischen Untersuchungsstelle konstatierten ebenfalls, dass der Sattel des Fahrrades leicht nach links verzogen war und sich am vorderen Reifen an der linken Seite eine weiße Anhaftung befand, von der aus Abriebspuren verliefen. Bernd Seifferts Fahrradjacke war auf der linken Seite unterhalb des Ärmels zerschnitten. Mögliche Materialanhaftungen und  Anschmelzspuren wurden an der Fahrradjacke   untersucht. Bei  den  anderen  Spuren,  die  die Polizei fand, handelte es sich unter anderem um Teile des rechten Außenspiegels, der an Bernd Seifferts Rücken zertrümmert und zerbrochen ist. Diese und andere Fahrzeugteile wurden von der Polizei am Unfallort als Beweismittel sichergestellt und anschließend untersucht. Es handelte sich im einzelnen um Teile des zersplitterten Außenspiegels, Teile des elektrischen Spiegelgehäuses, darunter auch ein kleines Spiegelglas, Fahrzeugteile des Blinkers und zudem wurden von der Spurensicherung im Feld liegende schwarze Plastikteile des Tatfahrzeuges gefunden. Diese Beweismittel dienten dazu, nach Tatverdächtigen zu suchen.



Mögliche Tatfahrzeuge
Die Polizei konnte anhand der am Unfallort gefundenen Fahrzeugteile nach einem Abgleich sehr schnell herausfinden, dass es sich bei dem Tatfahrzeug entweder um einen  Mercedes Benz vom Typ Sprinter des Baujahres ab Mai 2006 oder um einen Kleinlaster der Marke Volkswagen des Modells "Crafter" handeln könnte. Ein Kleinlaster der Marke Volkswagen ("Crafter") kam deshalb in Betracht, weil an diesen Fahrzeugen der mit dem Mercedes Sprinter baugleiche Rückspiegel verbaut wurde. Bei dem Mercedes-Sprinter kamen mehrere Modelle zugleich in Frage. Der Unfallflüchtige könnte am Tag der Tat entweder in dem Modell "Sprinter-Kasten", "Sprinter-Minibus" oder in dem Modell "Sprinter Pritsche" unterwegs gewesen sein. Mit dieser Erkenntnis über das Tatfahrzeug suchte die Polizei ab sofort nach Tatverdächtigen und ermittelte alle Fahrzeuge in Mönchengladbach, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten. Parallel dazu stand eine postmortale Untersuchung an. Es wurde die Öffnung der Leiche (Obduktion) beantragt, um die Ursache für den Tod von Bernd Seiffert festzustellen und den Sterbevorgang zu rekonstruieren. Erst nach der genauen Aufklärung der Todesursache wurde die Leiche von Bernd Seiffert durch ein Beerdigungsinstitut von Mönchengladbach nach Aachen überführt.


Erste deutsche Twitterfahndung
Foto von Bernd Seiffert mit seinem Vater
Rainer Seiffert ist der Vater des in Mönchengladbach getöteten Fahrradfahrers. Bis heute ist Rainer Seiffert einer der größten Twitterer Deutschlands. Zur Zeit der Fahrerflucht hatte Bernd Seifferts Vater mehr als 380.000 Twitter-Leser. Als Rainer Seiffert von dem Tod seines Sohnes erfuhr, musste er sofort etwas unternehmen. Die Zeitung "Express" berichtete: "Nach dem ersten Schock war für Seiffert klar: "Den muss ich finden." Und das wollte er nicht nur der einberufenen Mordkomission überlassen. Seiffert zum Express: "Ich wäre sonst verrückt geworden."" Dem Vater von Bernd Seiffert war klar, dass er mittels Twitter sehr viele Menschen erreichen konnte und so twitterte er in dem sozialen Netzwerk in regelmäßigen Abständen Fahndungsaufrufe. Rainer Seiffert informierte sofort seine 380.000 Twitter-Leser darüber, dass sein Sohn umgefahren und getötet wurde und dass der Täter mit fehlendem rechten Außenspiegel flüchtig ist. Er fügte zudem in allen Fahndungsaufrufen die Telefonnummer der ermittelnden Polizeidienststelle hinzu und bat in der Bevölkerung um die Mithilfe bei der Suche nach dem flüchtigen Täter. Darüber hinaus schickte Rainer Seiffert in Twitter Meldungen an alle Städte im Umkreis von 1500 Kilometern. Er erreichte sogar Bürger in der Niederlande, Belgien, Frankreich, Österreich, Tschechien, der Schweiz, Jugoslawien oder auch in Italien, die nicht zu seinen eigentlichen "Twitter-Lesern" gehörten. Seine Leser kopierten seine Fahndungsaufrufe und twitterten sie ebenfalls ihren Lesern, woraus eine regelrechte Kettenreaktion entstand. In kurzen Zeitabständen wiederholte Rainer Seiffert sein Vorgehen, schickte unermüdlich immer wieder dieselben Aufrufe. Ohne es zu wissen leitete er damit Deutschlands erste große Twitterfahndung ein. 
Rainer Seiffert war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt, dass die amerikanische Polizei und das FBI in den USA bereits schon längere Zeit Twitter dazu nutze, um nach Straftätern zu fahnden. Die Wirkung von Twitter war überwältigend. Über 2000 Emails bekam der Vater von Bernd Seiffert jeden Tag. Es handelte sich um unzählige sachdienliche Hinweise, die er sofort der Polizei weiterleitete und er wurde von Beileids- und Solidaritätsbekundungen regelrecht "überschüttet". Die Express berichtete über den leitenden Ermittler der EK-B 57 (Friedhelm Schultz), der sich wie folgt äußerte: "Das Hinweis-Aufkommen war riesig, dank vieler Medien, auch Twitter." Die Bevölkerung wurde durch Rainer Seifferts Twitter-Meldungen und durch die Medienberichte für die Suche nach dem Täter sensibilisiert. Zeitungen erfuhren oftmals lediglich durch Rainer Seifferts Twitter-Meldungen von der Fahrerflucht. Auch einige Radiosender erfuhren erst über Twitter von der Fahrerflucht, woraufhin auch sie verstärkt davon berichteten.
Nach wenigen Tagen baute der Vater des getöteten Fahrradfahrers einen "Fahrerflucht-Blog" auf. In Twitter gab er seinen Lesern den Link zu seinem Blog, in dem er zum Beispiel Einzelheiten über das mögliche Tatfahrzeug auflistete und um Mithilfe bei der Suche nach dem flüchtigen Täter bat.
Durch die zahlreichen Fahndungsaufrufe und die getwitterte Telefonnummer der Polizei wurde die Suche nach dem Täter verstärkt und aufrecht erhalten. Erst durch Twitter wurde es  ermöglicht, dass Medien sogar noch mehrere Tage danach von der Fahrerflucht weiter berichteten.
Viele Hinweise aus der Bevölkerung
Bei der Fahndung nach dem Täter wurde die Polizei insbesondere durch den Nachrichtendienst "Twitter" unterstützt. Hinzu kam jedoch auch die Unterstützung von Zeitungen, dem Fernsehen (ZDF, WDR und RTL), dem Radio und von zahlreichen Internetplattformen. In der darauf folgenden Zeit gab es unzählige Hinweise aus der Bevölkerung, auch aufgrund von Flugblättern, die die Polizei
 Bernd Seiffert mit Megaphone
nun in der Bevölkerung verteilte. Das Hinweisaufkommen war so hoch, wie bei kaum einem anderen Fall. Aufmerksame Bürger hatten verdächtige und beschädigte Kleinlaster und Transporter beobachtet oder dubiose Personen  an ihren Fahrzeugen herumwerkeln sehen. Sie meldeten dies sofort der Polizei. Die Kriminalpolizei überprüfte verdächtige und suspekte Personen und begutachtete entsprechend auffällige Fahrzeuge. Mehrere Transporter, die verdächtige Beschädigungen aufwiesen, wurden von der Polizei abgeschleppt und sofort kriminaltechnisch untersucht. Ebenfalls wurde Videomaterial von verschiedensten Viedoüberwachungsstationen gesichert und ausgewertet. Die Polizei führte Hausbefragungen in der Nähe des Tatorts durch, musste jedoch konstatieren, dass die Anwohner keine verdächtigen Beobachtungen machen konnten. Ein Polizeihubschrauber suchte nach verdächtigen Fahrzeugen, die in der Nähe des Tatortes geparkt haben könnten und nahm Fotos aus der Luft auf. Zwei Tage nach dem Tod von Bernd Seiffert setzte die Staatsanwaltschaft für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von 1.500 Euro aus.

Entscheidender Hinweis auf den Täter
Drei Tage nach dem Tod des Radfahrers kam  neben den vielen Anhaltspunkten der Polizei, ein entscheidender Hinweis aus der Bevölkerung. Zeugen erfuhren in einem Radiospot  des lokalen Radiosenders 90,1 von der Fahrerflucht und dem Tod des Radsportlers. Sofort hatten sie einen Verdacht, wer der Täter sein könnte und meldeten sich am nächsten Tag bei der Polizei. Die Personen gaben an, dass sich das Tatfahrzeug in einer Halle in der Nähe des Flughafens und der Trabrennbahn befinden könnte und dass das Fahrzeug einem Dachdeckerbetrieb gehören würde. Ebenfalls gaben die Hinweisgeber an, dass sie den Verdacht haben, dass der 27jährige arbeitslose Dachdecker Michel M.  für den Tod von Bernd Seiffert verantwortlich und am 28.04.2010 der Täter gewesen sei. Der Arbeitslose wohne nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt in einer Wohnung auf der Gladbacher Straße. Einer der Zeugen kannte den Täter flüchtig und wusste, dass dieser öfters ohne Führerschein und angetrunken mit einem Auto oder  einem Kleinlaster fahren würde. Bei dem Tatfahrzeug solle es sich laut den Angaben der Zeugen um einen schwarzen Mercedes Sprinter des Modells "Sprinter-Pritsche" mit einem Planenaufbau und einem Windabweiser handeln. Der Dachdecker Michel M. sei vor der Tat am 27.04.2010 gegen 23:00 Uhr betrunken mit diesem Mercedes-Sprinter an einem Kiosk in Rheindahlen angetroffen worden sein. Bei ihm im Wagen soll ein Freund als Beifahrer gesessen haben. Michel M. sei zudem mit einer Flasche Bier in der Hand umhergelaufen und als er wieder im Wagen war, habe er sich mit dem Fahrer eines anderen Transporters, der neben im anhielt, durch das offene Fenster unterhalten. Dann habe Michel M.  den Insassen des Transporters  seine Rückfahrkamera vorführen wollen. Als der Arbeitslose rückwärts fuhr, um seinen Freunden die Rückfahrkamera vorzuführen, sei es zu einem Beinahe-Unfall mit einem Taxi gekommen. Das Taxi habe gehupt und Michel M. sei dann ausgestiegen und habe den Taxifahrer beschimpft. Dann sei Michel M. später weggefahren. Er muss dann wieder zu der Wohnung gefahren sein, wo die Party, auf der er schon vorher war, stattgefunden hat. Wie Zeugen später angaben, war der Lärm der Party, die Michel M. besuchte, bis halb drei zu hören. Die Party selbst habe bis ca. sechs Uhr gedauert. Die Hinweisgeber gaben an, dass der Mercedes-Sprinter nun Schäden am rechten Rückspiegel und an der rechten Fahrzeugseite habe und dass sie ahnten, dass  Michel M. den Fahrradfahrer getötet und sterbend auf der Bundesstraße liegen  gelassen haben musste. 
 
Durchsuchung einer Halle
Durch diesen  Hinweis der Zeugen wurde am 1.05.2010 ein Durchsuchungsbeschluss für die gemeinsame Halle von zwei Dachdeckerbetrieben erreicht. Die Polizei fuhr zur Halle, die in der Nähe der Trabrennbahn und des Flughafens lag und musste feststellen, dass die Zufahrt zum Gelände durch ein Metalltor verschlossen war. Die Polizei beobachtete die
Polizeifoto des Tatfahrzeuges (Leasingfahrzeug)
Zufahrt und das Geschehen auf dem Gelände, bis eine Person das Tor öffnete und sie in die Halle führte. In der Halle fanden die Polizeibeamten tatsächlich das Tatobjekt, einen schwarzen Mercedes-Sprinter, der im vorderen Fahrzeugbereich die mit der Tat übereinstimmenden Schäden und Spuren aufwies. Es handelte sich um das Tatfahrzeug, durch das Bernd Seiffert getötet wurde. Der Fahrzeughalter war ein Dachdeckermeister, doch diesem gehörte der Transporter nicht. Das Fahrzeug war nur geleast. An dem von der Polizei gefundenen Sprinter war ein neuer Spiegel angebracht. Obwohl der Täter daran herumgebastelt hatte und die Spuren verwischen wollte, waren noch vielfältige Schäden am Fahrzeug zu erkennen. Im Bereich des vorderen Stoßfängers befand sich im rechten Eckbreich ein Riss und unten rechts waren Kratzspuren zu erkennen. In der Beifahrertür waren ebenfalls mehrere Kratzspuren und eine Beule erkennbar. Im Bereich der rechten vorderen Fahrzeugpartie waren  notdürftig ausgebeulte Beulen sichtbar und an der rechten Türscheibe waren Abdruckspuren, die möglicherweise durch den Spiegel verursacht worden waren. Ebenfalls wurden Wischspuren an der rechten Fahrgastzelle, Kratz-, Wisch- und Kontaktspuren über den gesamten Bereich der Ladenflächenbegrenzung mit zum Teil dunkelfarbenen Anhaftungen festgestellt, die von dem Fahrrad von Bernd Seiffert stammen konnten. Sowohl in der Halle, als auch außerhalb der Halle lagen mehrere selbst gedrehte Zigarettenstümmel und in einem Müllcontainer fanden die Polizisten ein Verbindungsstück zur Beifahrertür, ein Kuststoffteil eines zersplitterten Außenspiegels und
Polizeifoto des Tatfahrzeugs Leasingfahrzeug
einen rechten Scheinwerfer. Auf einem Werkstattregal fand die Polizei einen blauen Lackstift  der Firma Mercedes Benz.  Während der Erkennungsdienst  die Räumlichkeiten und das Tatfahrzeug in der Halle eingehend untersuchte, bemerkte einer der Polizisten, der gerade vor der Halle stand, dass ein schwarzer Mercedes an ihnen vorbeifuhr. Der Mercedes fuhr langsam an der Halle vorbei und drehte dann eine Runde auf dem Gelände. Sofort gab der Polizist an seine Kollegen weiter, was er gerade beobachtet hatte und die Polizei verfolgte unverzüglich den an der Halle vorbeigefahrenen Mercedes. Die Beamten fuhren in die Richtung des Metalltores, da das Gelände von dem Mercedes nur durch diese Zufahrt verlassen werden konnte. In dem besagten Mercedes, der an der Halle vorbeifuhr, befand sich Michel M. mit seinem Freund. Michel M. wurde sehr nervös, als er vor der Halle die vielen Polizisten stehen sah. Er hoffte, dass er von der Polizei nicht gesehen wurde und versuchte sich mit seinem Wagen zu verstecken, bis ihm einfallen würde, wie er am besten flüchtet. Die Polizei hatte die Verfolgung jedoch schon längst aufgenommen und noch bevor die Polizeibeamten mit ihrem Wagen das Metalltor erreicht hatten, sahen sie den Mercedes  auf dem Gelände vor einer  anderen Firma stehen. Die Polizeileute  näherten sich dem stehenden Mercedes und forderte die zwei Personen, die sich in dem Fahrzeug befanden dazu auf, den Wagen zu verlassen und sich zur Durchsuchung an eine dort befindliche Mauer zu stellen.               

      




Bernd Seifferts Mörder gefasst
Den   Polizisten  fiel  bei  der  Durchsuchung  sofort  auf,  dass Michel M. nach Alkohol roch. Er hatte unter anderem eine Sonnenbrille, ein Messer und ein Mundspray in seiner Tasche. Das Mundspray diente vermutlich der Verdeckung
Polizeifoto: Der gefasste Täter (Michel Marquardt)
von seinen Alkoholfahnen. Die Kriminalpolizei durchsuchte umgehend den Mercedes und fand im Fußraum eine geöffnete Bierflasche, die an der Mittelkonsole angelehnt war. Obwohl Michel M. vor drei Tagen einen Fahrradfahrer totgefahren hatte, war er schon wieder alkoholisiert hinter dem Steuer eines anderen Fahrzeuges unterwegs gewesen und trank während der Fahrt zur Halle gemütlich eine Flasche Bier. Dazu kam, dass Michel M. nicht im Besitz einer  gültigen  Fahrerlaubnis  war. Die Polizei entnahm dem Täter zwei Blutproben und führte einen Atemalkoholtest durch. Das Ergebnis des Atemalkoholtestes lag bei 0,74 Promille. Michel M. und sein Freund wurden noch an Ort und Stelle verhaftet und zur weiteren Verhörung in das Polizeipräsidium Mönchengladbach überführt. Es galt heraus zu finden, ob es am 28. April eventuelle Mittäter gab. Der junge Mann, der zur Zeit der Festnahme mit in dem Auto von Michel Marquardt saß, hatte gesehen, dass Michel M. wieder Auto fuhr und gleichzeitig Bier konsumierte. Er könnte auch gewusst haben, dass Michel M. ohne Führerschein fuhr und er unternahm nichts gegen die Trunkenheitsfahrt von Michel M. Er war ebenso dringend tatverdächtig. Er musste etwas von der Tötung Bernd Seifferts  gewusst haben und hätte am 28.04.2010 mit in dem Kleinlaster gesessen haben oder sogar der Fahrer sein können. Um eventuelle Mittäterschaften zu ermitteln, wurden zahlreiche Vernehmungen von Zeugen vorgenommen.

Email an den Verstorbenen
Hermine Schneider war die Vermieterin und eine enge Freundin von Bernd Seiffert. Seit vielen Jahren gilt sie in Fachkreisen als ein anerkanntes Medium, das Botschaften von Verstorbenen empfangen kann. Seit 30 Jahren ist sie
Hermine Schneider (Medium)
Mitglied des Vereins für Transkomunikations-Forschung (VTF). Hermine Schneider gab an, dass sie Bernd Seiffert schon nach seiner Beerdigung in ihrer Nähe spürte und dass sie einen telepathischen Kontakt zu ihm gefunden hatte. Nachdem sie von Bernd Seifferts Angehörigen erfuhr, dass der Täter von der Polizei gefasst werden konnte, schaltete sie sofort ihren Computer an. Sie schickte eine Nachricht an die Email-Adresse von Bernd Seiffert. In der Hoffnung, dass es eine gewisse Erleichterung für ihren verstorbenen Freund darstellen könnte, informierte sie ihn in ihrer Email darüber, dass der Täter doch noch von der Polizei gefasst werden konnte. Auch schrieb sie Bernd noch einmal, dass sie ihn niemals in ihrem Leben vergessen werde. Hermine Schneider war davon überzeugt, dass ihr verstorbener Freund die Emails auch noch nach seinem Tod lesen konnte. "Immerhin war Bernd ein Computerfachmann und ein begabter Informatiker."



Keiner will etwas gewusst haben
Unterdessen wollte keiner der von der Polizei vernommenen Zeugen etwas von der Fahrerflucht und davon, dass Michel Marquardt ohne Führerschein  betrunken unterwegs gewesen war, gewusst haben. Einer der Dachdeckermeister erzählte in einer Vernehmung, dass er nichts von dem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 57 gewusst habe. Deswegen habe er sich auch nichts dabei gedacht, als er den Mercedes-Sprinter am Mittwochnachmittag ohne Außenspiegel in der Halle stehen gesehen habe. Der Spiegel des Kleinlasters habe komplett gefehlt und nur noch ein paar Kabel sollen aus der rechten Fahrzeugseite herausgehangen haben. Der Mercedes-Sprinter habe erst wieder am Mittwochnachmittag in der Halle gestanden. Er musste also nach der Tat zuerst an einem anderen Ort geparkt oder versteckt worden sein. Am Freitagnachmittag sei dem Dachdeckermeister dann aufgefallen, dass der Sprinter auf einmal mit einem neuen Außenspiegel in der Halle gestanden habe.  Dabei gedacht habe er sich nichts,  anderen Mitarbeitern seien die Beschädigungen an dem Wagen auch aufgefallen. 
Ein anderer Zeuge gab an, dass dieser Dachdeckermeister ihm erzählt habe, dass er Michel M. am Donnerstag dabei beobachtet hätte, wie er den rechten Außenspiegel ausgetauscht habe. Der zweite Dachdeckermeister, der  dem Täter den geleasten Firmenwagen überließ, gab in der polizeilichen Vernehmung an, dass Michel M. schon einige private Autos durch sein "Imponiergehabe verhunzt" habe und dass er mit Autos nicht so pfleglich umgegangen sei. Allgemein sei Michel M. "ein schüchterner Mensch", der auf Betriebsfesten schon einmal aufdringlich geworden ist, wenn er Alkohol getrunken hatte. 
Ein anderer ehemaliger Chef von Michel M. erklärte, dass er den Täter damals wegen verschiedenster Probleme entlassen musste. Zum Beispiel wegen übermäßigem Alkoholkonsum und Unpünktlichkeit. 
Auch erklärte ein Zeuge, dass Michel M. nur sehr selten bei der Sache sei und dass er komisch zucke. Ein Freund von Michel M. beschrieb den arbeitslosen Dachdecker als einen schüchternen Typ, der hemmungslos wird, wenn er Alkohol getrunken hat. Er habe auch schon einmal die Tochter seines ehemaligen Chefs belästigt. Michel M. lebe alleine in seiner Wohnung und würde zudem gerne Auto fahren und auf Parkplätzen mit seinem Auto  Experimente machen. Er mache dann burn-outs und gehe mit seinen Autos nicht sehr zimperlich um. Außerdem mache er  manchmal Dinge mit seinen Autos, die er nicht kann. Sein Freund gab ebenfalls an, dass Michel M. im Straßenverkehr oft zu schnell unterwegs gewesen sei.
Lohnprellung
Ein anderer Zeuge erzählte, dass Michel M. vor kurzem Fahrgast in einem Taxi gewesen sei. Er sei von einem Taxi vor seine Wohnung gefahren worden  und dann einfach ohne zu bezahlen ausgestiegen. Michel M. ging dann in seine Wohnung, was die Taxifahrerin jedoch beobachtete. Die um ihren Lohn geprellte Taxifahrerin meldete den Vorfall anschließend der Polizei und Michel M. musste später zugeben, dass er  das Taxi nicht bezahlt hatte. 




Täter montierte neuen Rückspiegel
Auch sei der Mercedes-Sprinter, der einen Tag nach der Tat  wieder in der Halle stand, von außen sauber gewesen, obwohl der Firmenwagen ansonsten außen immer verdreckt sei. Dem Freund von Michel M. sei auch aufgefallen, dass der Wagen zwar von außen sauber, von innen jedoch unaufgeräumt und verdreckt war. Auch, fiel ihm auf, dass der Außenspiegel zuerst fehlte und später  ein neuer Spiegel am Fahrzeug montiert war. Einem der Dachdeckermeister habe Michel M. gesagt, dass die Beschädigung des Spiegels durch einen Unfall mit einem LKW entstanden sei. Diese Ausrede hat der Täter auch bei anderen Nachfragen benutzt.
Michel M. beseitigte die Fahrzeugschäden, die bei der Tat des 28. Aprils entstanden waren. Ermittlungen ergaben, dass der Täter einen Tag, nachdem er Bernd Seiffert angefahren hatte, in einem Versandhaus einen neuen Spiegel  besorgte. Es stellte sich heraus, dass der Täter beim Kauf des neuen Außenspiegels für den Mercedes-Sprinter eine Sonnenbrille mit großen schwarzen Gläsern trug, um nicht erkannt zu werden.
Schweigende Zeugen
Ein  Freund von Michel M. (vermutlich nicht der Einzige) hat erwiesener Maßen gewusst, dass der arbeitslose Dachdecker am 28.04.2010 Unfallflucht begangen hat und den Tod des Fahrradfahrers verursacht hat. Der Freund von Michel M. hat von dem Verbrechen gewusst und dies  anderen Menschen und der Polizei verschwiegen. Durch sein Schweigen (und das von anderen möglichen Mitwissern) konnte der Täter für drei weitere Tage frei herumlaufen, seine Freiheit genießen und weitere Menschenleben in Gefahr bringen. Die Polizei musste drei Tage lang ermitteln, bis der Täter gefasst und verhaftet werden konnte.
Michel M. hatte auch Freunde, die schon einmal für eine gewisse Zeit im Gefängnis saßen und "auf Bewährung waren". Außerdem gab es Zeugen, die berichteten, dass man Michel M. einen Tag nach der Tat in Gesprächen nichts hätteanmerken lassen und dass er völlig normal gewesen wäre. Dass der Täter keinen Führerschein hatte und betrunken Auto fuhr, wussten sehr viele Menschen. Es gab eine Vielzahl von Menschen, die jedoch schwiegen, anstatt diesen Sachverhalt sofort der Polizei zu melden. Bernd Seiffert würde vermutlich noch leben, wenn diese Zeugen die Polizei benachrichtigt hätten. Nach der Verhaftung gab es zudem Hinweise von Zeugen, die von einem "Beinahe-Zusammenstoß" mit einem Taxi berichteten. Der Täter sei einen Tag, bevor er Bernd Seiffert überfahren habe, beinahe mit einem Taxi zusammengestoßen. Der Taxifahrer habe gedroht deswegen, die Polizei zu rufen.


Vernehmung des Täters
Als Michel M. selber zur Tat des 28.04.2010 von der Polizei vernommen wurde,   gab der seit ca. zwei Jahren arbeitslose und Harz 4 beziehende Dachdecker an, dass er wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte vorbestraft sei und deswegen einmal eine Geldstrafe von 100 Euro bezahlen musste. Die Polizei fand nach einem Blick in das Bundeszentralregister heraus, dass er neben dem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, zusätzlich auch wegen unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln und vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis vorbestraft war. Als Michel M. befragt wurde, was er gemacht habe, bevor er von der Polizei an der Halle aufgegriffen wurde, erzählte er, dass er mit Freunden die Nacht durchgemacht und PC gespielt habe. Dabei habe er mehrere Bierflaschen getrunken und sich zudem zwei Nasen Pep (Amphetamin) gezogen.  Seinen Führerschein habe er im Jahr 2008 verloren, weil er nach einer "Nature-One-Party" eine Ecstasypille (entaktogenes Amphetamin) dabei hatte und von der Polizei erwischt wurde. Deswegen bekam er auch im August 2008 eine Anzeige wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Seine Mutter habe gewusst, dass er keinen Führerschein mehr hatte, aber er habe ihr erzählt, dass er den Wagen stehen lassen würde. Sein Chef, ein Dachdeckermeister, bei dem der Arbeitslose ein Praktikum machte, habe nicht mehr nachgefragt, ob er einen Führerschein habe. Als der arbeitslose Dachdecker schließlich Angaben zum 27.04.2010 machen sollte, fragte er zunächst, ob er während der Vernehmung rauchen dürfe. Er war klar bei Bewusstsein und ihm wurde eine Zigarette, sowie eine Tasse Kaffee angeboten. Der Beschuldigte schien ein wenig aufgelockert zu sein, als er erzählte, dass er Dienstag zwischen 13:00 und 14:00 Uhr aufgestanden und danach zu einer Baustelle gefahren sei, wo er zwei kleine Flaschen Bier getrunken und bis abends gearbeitet habe. Als er wieder zu Hause war, habe er auf seiner Playstation einen Film geschaut und wollte sich anschließend noch eine Packung Zigaretten an einer Tankstelle kaufen. Auf dem Weg zur Tankstelle habe er im Auto laute Musik gehört und an seinem Radio "herumgefummelt". Dann hätte er plötzlich ein Krachen am Auto gehört und gesehen, dass der rechte Außenspiegel am Fahrzeug fehlte. Michel M. behauptete in der Vernehmung, dass er gedacht habe, dass er ein Schild am Straßenrand gerammt habe. Deswegen sei er weiter zur Tankstelle gefahren, er habe nicht angehalten, weil es schon so spät war, er auf einer Hauptstraße war und es keine Parkmöglichkeit gegeben hätte.  Für die Polizei waren die Schilderungen des Täters unglaubwürdig. Es stand außer Frage, dass Michel M. an der Unfallstelle hätte anhalten können und auch die  Behauptung, dass er gedacht habe, an ein Schild  am Straßenrand gekommen zu sein, war für die Polizei unglaubwürdig. Auf der Gladbacher Straße existierten keine Verkehrsschilder, die auf die Straße ragten. Der Polizist fragte Michel M. erneut und hielt ihm vor, dass seine Schilderungen unglaubwürdig seien. Dann wurden dem Täter  fünf Minuten Pause gewährt, in denen er erneut eine Zigarette rauchen durfte.  Danach gab Michel M.  zu, dass er gewusst habe, dass er einen Radfahrer angefahren habe und dass er mit dem Mercedes-Sprinter zu schnell unterwegs gewesen sei. Nun sagte er, dass er nicht hätte anhalten können, weil er keinen Führerschein hatte. Michel M. gab zu, dass er vom Unfallort geflüchtet war. Er habe den Radfahrer mit seinem Spiegel touchiert und gedacht, "dass er hinfällt und gut". Der Täter gab zu, dass er nicht einmal gebremst habe und sofort weiter gefahren sei. Er habe gedacht, der Radfahrer "fliegt hin und gut". Am nächsten Tag, einen Tag nachdem er den Fahrradfahrer getötet hatte, hätte er im Radio von dem toten Radfahrer auf der B 57 gehört. 




Versuchter Mord durch Unterlassen
Es wurde ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes durch Unterlassen zur Verdeckung des Fahrens ohne Fahrerlaubnis erlassen. Michel M. wurde nach der Polizeivernehmung sofort in Gewahrsam genommen und  zur Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt in Mönchengladbach gebracht. Es bestand Wiederholungsgefahr, Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr. Das planende und vorbereitende Verhalten, das der Täter schon zuvor gezeigt hatte, um seine Tat zu vertuschen, wies stark darauf hin, dass der  Täter versuchen könnte, sich der Bestrafung für seine Tat weiterhin entziehen zu wollen. Schließlich musste der Täter mit einer hohen Freiheitsstrafe rechnen. 


Durchsuchung der Wohnung des Täters
Die Polizei entschloss sich kurzerhand dafür, die Wohnung des Täters zu durchsuchen, um weitere Hinweise und Beweise für die Tat zu finden. Die Wohnung des Michel M. lag ganz in der Nähe des Tatortes an der Gladbacher Straße. Umgehend wurde sie von der Polizei durchsucht. Es war eine Wohnung in einem Hauskeller. Sie war vermüllt, vedreckt und mit Bergen von Schmutzwäsche überhäuft.  In dem schwarzen Mercedes, der Michel M. Mutter gehörte und den der Täter mitbenutzte, wurde bei einer Durchsuchung unter anderem eine angebrochene Tablettenpackung ANAPOLON gefunden. Bei ANAPOLON, auch unter Oxymetholon bekannt, handelt es sich um ein anaboles androgenes Steroid. Außerdem wurde in dem PKW eine Visitenkarte eines Versandhauses und einer Autoverwertung gefunden. Als die Polizei die Firma anrief, um zu überprüfen, ob der Täter dort die Ersatzteile für den beschädigten Mercedes-Sprinter gekauft hat, erfuhr sie, dass ein Mann am 29.04.2010, bereits einen Tag nach der Tat, einen rechten Außenspiegel für einen Mercedes-Sprinter gekauft hat. Der Spiegel kostete bei dem Versandhaus 130 Euro. Die Geschäftsfrau, die Michel M. den neuen Außenspiegel verkaufte, berichtete nachher, dass der Täter sich seltsam verhalten habe. Während der gesamten Zeit des Verkaufs habe er eine Sonnenbrille mit großen schwarzen Gläsern aufbehalten und  kaum geredet. Ein anderer Zeuge erzählte, dass Michel M. einen Tag nach der Tat mit ihm unterwegs gewesen sei. Der Täter habe sich nichts anmerken lassen, gelacht und mit seinem Laptop gespielt und Nachrichten geschaut.




Pressekonferenz der Polizei
Vor der Pressekonferenz  am 3.05.2010 wurde eine Öffentlichkeitsfahndung beim Amtsgericht beantragt, damit die Aufklärung der Tat  erleichtert wird. Auch versprach sich die Polizei im Zusammenhang mit den weiteren Ermittlungen
Flugblatt der Polizei (Quelle: WZ)
durch eine Öffentlichkeitsfahndung  mehr Aussicht auf Erfolg zu haben. Deswegen durfte die Polizei auf der Pressekonferenz ein Bild des Täters veröffentlichen und den  vollständigen Namen des Beschuldigten nennen. Es wurde ein Fahndungsaufruf gestartet, um in Erfahrung zu bringen, wer den Beschuldigten am Abend der Tat und danach gesehen hat und wer ihm entsprechende Ersatzteile für sein beschädigtes Fahrzeug gegeben hat oder die Reparatur übernommen hat. Außerdem wollte die Polizei erfahren, ob Michel M. am Tatabend von bestimmten Personen begleitet wurde und ob es einen oder mehrere Beifahrer während des Verbrechens gab. Auch sollte durch mögliche Zeugen ermittelt werden, wieviel Alkohol der Täter am Tattag getrunken hatte.

Bernd Seifferts Beerdigung in Aachen
Bernd   Seiffert   wurde   am  Donnerstag,  dem  6.05.2010  in Aachen  auf dem Westfriedhof beerdigt. In der Totenkapelle, in der ein Trauergottesdienst abgehalten wurde, brannten  Kerzen und als Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit wurden zahlreiche Trauergestecke,
Bild aus der Totenkapelle in Aachen
Kränze und Sträuße mit letzten Grüßen niedergelegt. Gemeinsam wurde gebetet und in Trauerreden wurde daran   erinnert, dass Bernd Seiffert ein wunderbarer, ein liebenswerter und ein ganz besonderer Mensch war. Eine große Menschenschar erwies Bernd Seiffert die letzte Ehre und ein langer Trauerzug folgte dem  verstorbenen jungen Mann bis zu seiner letzten Ruhestätte. Es war eine würdevolle Beerdigung und ein überwältigender Abschied. In einem Nekrolog wurde in Erinnerung gebracht, dass Bernd Seiffert in seinem kurzen Leben bei seiner Familie, seinen Vereinskameraden, seinen vielen Freunden und anderen Menschen, deutliche und zum Teil sehr tiefe Spuren hinterlassen hat. Viele Menschen verabschiedeten sich bei Bernd Seiffert, bevor er im Sarg endgültig in die Erde herabgelassen wurde.










Zitat aus der BILD-Zeitung vom 7. Mai: 
"Bewegender Abschied vom Opfer des Totrasers 
Bernd Seifferts Grab, einen Tag nach seiner Beerdigung
Nach der Beerdigung glich Bernds Grab einem Blumenmeer Aachen - Ein unfassbarer, sinnloser Tod: Radfahrer Bernd S. (t 26) starb am 28. April. Der betrunkene Dachdecker Michel M. (27) hatte ihn nachts auf der B 57 in Mönchengladbach angefahren und mit lebensgefährlichen Verletzungen einfach liegen gelassen, ohne Hilfe zu holen (BILD berichtete). Gestern nahmen seine Familie, Arbeitskollegen, Vereinskameraden und Freunde Abschied von Bernd. In der Totenkapelle am Westfriedhof trauerten sie gemeinsam um ihn. "Er hatte noch so große Pläne, Träume und viele Ideen. Sein großes Herz gehörte den Geschundenen der Gesellschaft, und er konnte verzeihen", erinnerte die Pastorin während des Gottesdienstes an den Verstorbenen. Nach der Beisetzung lag auf Bernds Grab ein wunderschönes Blumenmeer. Auf einem der Kranzbänder steht: "Wir haben etwas Unersetzliches verloren."" Auf  anderen Kranzbändern: "Du bist bei uns", "Gut Pfad" oder "Wir Psychiatrieerfahrenen werden dich nie vergessen."








Strafanzeige gegen die Fahrzeughalter
Michel M. hatte Zugang zu zwei Fahrzeugen, mit denen er betrunken und ohne Fahrerlaubnis in Mönchengladbach und in der  Umgebung herumfuhr und


Grab von Bernd Seiffert
durchgängig Menschenleben in Gefahr brachte. Zum einen fuhr er mit dem schwarzen Mercedes, der seiner Mutter gehörte, herum und zum anderen benutzte er das Leasingfahrzeug (Mercedes-Sprinter) eines Dachdeckerbetriebes. Da seine Mutter und sein Chef ihm die Fahrzeuge überließen und es somit zuließen, dass er sich ohne eine erforderliche Fahrerlaubnis zu besitzen, im Straßenverkehr bewegte, bekamen sie von der Polizei eine Strafanzeige.



Gezielter Mord?
Ob es sich bei dem Zusammenstoß mit Bernd Seiffert zu Anfang tatsächlich um einen Unfall handelte, kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen. Man kann sich nicht sicher sein, dass Bernd Seiffert angefahren wurde, weil der Täter lediglich unachtsam war. Es gab keine Zeugen, die beweisen, ob Michel M. alleine in dem Wagen saß und es ist weiterhin unklar, ob er absichtlich nah an Bernd Seiffert vorbeifahren wollte oder ob er ihn sogar absichtlich gerammt hat. Sein Handeln nach dem Zusammenstoß wurde als versuchter Mord gewertet. Was vorher geschah, hat jedoch niemand beobachtet. 


Tiefergehende Motive?

Der Anwalt des Täters berichtete, dass der Bruder des Täters vor einigen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam und Michel M. gab an, dass er genau wisse, wie es ist, einen Menschen so früh zu verlieren.


Verschwörungstheorien
Einige Mitglieder der Antipsychiatrie-Szene vermuten, dass es sich um einen Auftragsmord handeln könnte und dass der Todesfall Bernd Seiffert somit ein Staatsverbrechen sein könnte. Diese Vermutungen lassen sich nicht beweisen, sie können bisher jedoch sicherlich nicht völlig ausgeschlossen werden. 

Unbekannter Autor: "Der Mann war der Pharmaindustie ein Dorn im Auge. Komisch, dass Menschen, die sich öffentlich gegen Missstände aüßern, verfrüht sterben, unter mysteriösen Umständen Selbstmord begehen oder ganz verschwinden.
Das war ein Auftragsmord! Jemand wollte, dass er sich nicht weiter kritisch über Psychiatrie und Psychopharmaka äußert!" 


Fifio 204: "Ich glaube, das irgendjemand beauftragt wurde ihn zu überfahren....!"
Istvan Kilgenstein: "Bernd Seiffert [...] fuhr mit seinem Fahrrad eine Landstraße entlang und wurde von einem Autofahrer absichtlich gerammt, sodass er an den Verletzungen verstarb. Er war ein sehr lebensbejahender Mensch und hatte viele Pläne. Viele vermuten auch ein geplantes Attentat, weil er die Machenschaften der Psychiatrie über das Internet offen legte."


Mediomy: "Hauptberuflich war Bernd Seiffert IT-Spezialist und somit ein sehr ernst zu nehmender Kritiker. Ohne Probleme konnte er seine Kritik an Psychopharmaka, Elektroschocktherapien, Fesselungen und Videoüberwachungen in Psychiatrien einer größeren Gruppe von Empfängern transparent machen. Für das System der Psychiatrie und den anhängenden Pharmakomplex war er ein gefährlicher Widerpart und ein Unruhestifter."


Unbekannter Autor: "Wenn man bendenkt, daß Bernd Seiffert in Aachen kurz vor seinem Tod ein Weglaufhaus errichten wollte, dann kann es einem fast schon so vorkommen, als wenn jemand genau das verhindern wollte."


Shaz: "[...] aber auch seine schriftlichen Arbeiten und das Videomaterial des Psychiatriekritikers Bernd Seiffert vor seinem Tod sprechen dafür, dass es ein Auftragsmord gewesen sein könnte."


Chen-Xin Danny: "Ein schwerer Verlust auch für mich. Ich vermute, dass es sich um einen Auftragskiller handelt. Vermutlich handelt es sich hier um ein Staatsverbrechen.
Wer klärt die Sache auf, wer traut sich ?"

Winston: "Die offizelle Lesart über Bernd Seifferts Tod geht so: Ein Betrunkener ohne Führerschein hat ihn mit dem Lieferwagen angefahren und dann Fahrerflucht begangen. Bestimmte Leute hätten sicherlich mehr als genug Motive gehabt, ihn aus dem Weg zu räumen, das stimmt. Aber Beweise dafür, daß es ein Anschlag war, gibt es nicht."

Die Gedenkstätte Bernd Seiffert
Die Landwirtin Hermine Schneider errichtete schon kurz nach dem Tod von Bernd Seiffert in ihrem Bauernhof in Aachen eine Gedenkstätte. Sie wollte, dass das Zimmer ihres
Gedenkstätte im Bauernhof von Hermine Schneider
liebgewonnen Freundes trotz seines Todes im April 2010 weiterhin erhalten bleibt. Ihre Trauer bekundet die Bäuerin sehr offen. Schon vor der eigentlichen Gedenkstätte, dem Zimmer, in dem Bernd Seiffert zuletzt lebte, errichtete sie in ihrem Garten eine Art "Gedenkstelle". An dem Haus vorbeigehende Menschen bleiben interessiert stehen und blicken auf das Kreuz, die frischen Blumen, die brennende Kerze und auf das Bild von Bernd Seiffert. 

Für weitere Informationen:

Bernd Seifferts Vater berichtet. Klicken Sie: Hier